Holzlandgeschichten Bd.1 - Infos zum Buch

Zimperlich waren die Holzländer nicht, wenn sie beim Rumkaffee derbe Streiche ausheckten und die Frauen beim Strümpfestricken die Gerüchteküche brodeln ließen.
Originale wie der Allerweltskerl Otto, der Draufgänger Willi, Gendarm Wolkenbruch und Schulmeister Fritz prägten sich ebenso ins kollektive Dorfgedächtnis ein wie ihre weiblichen Gegenstücke „Drachenmiene“, das Lästermaul Alma und der Geizkragen Martha. Panische Angst vor dem „Drochenviech“ ergriff Jette und Ricke, als sie 1914 erstmals einen Flieger erblickten. Zusammen mit anderen „allen Wääbsen“ werteten sie beim Federnschleißen das Dorfgeschehen aus, und bei solch neumodischen Dingen wie „Hygchene“ und „Viteminen“ verstanden sie die Welt nicht mehr.
Wie sich die Dorfgemeinschaft in Mangelzeiten erfindungsreich mit Nahrung und Brennholz versorgte, bis hin zu „Leberwurst mit Strumpf“ und „Ausputz“; wie sie sich untertänigst-beflissen auf den erlauchten Besuch des „Harzuchs“ vorbereitete; wie Hochzeiten arrangiert und Beerdigungen „abgefeiert“ wurden; warum die Dorfkirmes das größte Ereignis des Jahres war und das gerissene Handeln auf dem Jahrmarkt geradezu zur Königsdisziplin geriet; welche Bewandnis es mit dem 6. und 7. Buch Mose auf sich hatte und wie man sich einen mächtigen Hausdrachen zulegte; wie man Fremde übers Ohr haute, Pfennigfuchsern die Leviten las, auf dem Badeteich Eis machte – all das und noch viel mehr berichten diese Geschichten auf höchst unterhaltsame Weise und lassen dabei eine ganz eigene Welt wieder sehr lebendig werden.

Geschichte(n) bewahren.

Die meisten Worte werden gesprochen.
Einige davon gehört. Viele vergessen.

Andere Worte bleiben ungesprochen.
Sie werden nie gehört. Dann sind sie verloren.

Manche Worte werden geschrieben.
Einige davon gelesen. Sie bleiben bewahrt.

Worte sind Erinnerungen.
Worte sind Bilder. Worte sind Leben.

In dem man Worte spricht, sie hört und niederschreibt,
gibt man ihnen die Chance bewahrt zu werden.