Brottasche Turnbeutel Rechenschieber- Infos zum Buch

Der Taschenrechner hieß früher „Rechenschieber“, der Schulrucksack „Ranzen“ und das Frühstück steckte in der Brottasche, die vorm Bauch baumelte. Die Sporttaschen waren „Turnbeutel“, die im Nadelarbeitsunterricht selbst gefertigt wurden, und zum Sport ging es in den Saal der Dorfschenke. Den Schiefertafeln und Griffeln folgten Schulhefte und Füllfederhalter, mit denen aber ausschließlich rechtshändig geschrieben werden durfte. Es gab Unterrichtsfächer wie Schönschreiben, Staatsbürgerkunde und später gar Wehrkundeunterricht. Dazu Zensuren auf Betragen, Mitarbeit, Ordnung und Fleiß. Einst war Russisch obligatorisch und Englisch fakultativ, seit den 90er Jahren ist es umgekehrt. Wendungen in der Gesellschaftsordnung stellten auch Schüler stets vor neue Herausforderungen, nicht nur bezüglich der erlernten Grußformeln. Man lernte das Einmaleins in Mathe und die Hierarchie-Regeln im Schulbus. Und erinnert sich an die Jugendweiheschuhe, die Einträge im Poesie-Album oder im Klassenbuch ...

Thüringer Schulgeschichten aus acht Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, erzählt von:
Ramona Buck, Marion Gebauer, Gertrud Haucke, Rosi Höfer, Anja Jungfer, Kerstin Klare, Barbara Kösling, Ingrid Krank, Gabriele Meister-Groß, Sieglinde Mörtel, Sieglinde Riemer, Matthias Bauer, Ulrich Friedmann, Jochen Hübbe, Eckhard Klare, Stephan Laudien, Max Schneider, Kurt Wenke und Dietmar Zöphel.

Geschichte(n) bewahren.

Die meisten Worte werden gesprochen.
Einige davon gehört. Viele vergessen.

Andere Worte bleiben ungesprochen.
Sie werden nie gehört. Dann sind sie verloren.

Manche Worte werden geschrieben.
Einige davon gelesen. Sie bleiben bewahrt.

Worte sind Erinnerungen.
Worte sind Bilder. Worte sind Leben.

In dem man Worte spricht, sie hört und niederschreibt,
gibt man ihnen die Chance bewahrt zu werden.